Zeitzeuge Manfred Hüllen besucht erneut die ISR
Am vergangenen Dienstag hatten wir die besondere Ehre, bereits zum zweiten Mal einen ganz besonderen Gast an der ISR begrüßen zu dürfen: den Zeitzeugen Herrn Manfred Hüllen. Aufgewachsen in Düsseldorf und heute in Hamburg lebend, gewährte Herr Hüllen mit bemerkenswerter Offenheit und Tiefe Einblicke in seine Familiengeschichte sowie in seine persönlichen Erfahrungen während der Kriegs- und Nachkriegszeit in Düsseldorf. Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9, die an dem Vortrag teilnahmen, wurde Geschichte auf eindrucksvolle und sehr persönliche Weise greifbar.
Im Zentrum seines Besuchs stand eine eindringliche Botschaft an die junge Generation: „Ihr seid die Zukunft. Ihr alle tragt diese Kraft in euch – die Kraft der Liebe – und sie kann Hass und Spaltung überwinden.“ Seine Worte fanden großen Widerhall und regten die Schülerinnen und Schüler dazu an, über ihre eigene Rolle bei der Gestaltung einer verantwortungsbewussten Gesellschaft nachzudenken.
Herr Hüllen sprach offen über die Realitäten des Krieges, einschließlich Verlust, Angst und Ungewissheit. Zugleich betonte er die Bedeutung eines zuversichtlichen Blicks nach vorn und erinnerte die Schülerinnen und Schüler daran: „Es liegt eine große Verantwortung vor euch.“ Er ermutigte sie, sich als engagierte und sprachfähige Demokratinnen und Demokraten zu verstehen, und hob hervor, dass unterschiedliche Meinungen zwar selbstverständlich seien, respektvoller Dialog und gemeinsame Verantwortung jedoch grundlegende Voraussetzungen für eine funktionierende Gesellschaft darstellen. Seine Botschaft war eindeutig: „Gemeinsam können wir weit mehr erreichen!“
Der Vortrag endete mit einem lebhaften Frage- und Antwortteil, in dem unsere Neuntklässlerinnen und Neuntklässler durchdachte und einfühlsame Fragen stellten. Ihr hohes Engagement stand in enger Verbindung zu ihrem Geschichtsunterricht, insbesondere zu ihrer vertieften Auseinandersetzung mit dem Tagebuch der Anne Frank, die es ihnen ermöglichte, die persönlichen Erzählungen von Herrn Hüllen noch nachhaltiger mit der historischen Realität zu verknüpfen. Besonders eindrucksvoll zeigte sich die Wirkung des Besuchs im unmittelbaren Schülerfeedback: Zwei Schülerinnen suchten anschließend unsere Leiterin der Sekundarstufe auf, um ihr mitzuteilen, dass dies die berührendste und fesselndste Geschichtslektion gewesen sei, die sie sich hätten vorstellen können. Wir sind stolz darauf, solche authentischen Lernmomente zu ermöglichen, die Geschichte lebendig werden lassen und einen bleibenden Eindruck bei unseren Schülerinnen und Schülern hinterlassen.
Wir möchten Herrn Hüllen sowie seinen Begleitern unseren herzlichen Dank für ihr Engagement und ihren unschätzbaren Beitrag zur demokratischen Bildung aussprechen. Ihre Bereitschaft, weite Wege auf sich zu nehmen, um ihre Erfahrungen aus erster Hand zu teilen, ist zutiefst inspirierend und trägt dazu bei, Geschichte lebendig zu halten und zugleich ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft zu fördern!





