Was bedeutet CAS im IB und wie läuft es ab?

ISR International School on the Rhine ·

CAS steht im IB-Diplom für Creativity, Activity, Service und ist eine der drei Kernkomponenten des International Baccalaureate Diploma Programme. Es handelt sich um ein strukturiertes Programm, das Schülerinnen und Schüler dazu verpflichtet, sich über zwei Jahre hinweg außerhalb des Klassenzimmers in kreativen, körperlichen und gemeinschaftsdienlichen Aktivitäten zu engagieren. CAS ist keine Prüfung im klassischen Sinne, aber ohne den erfolgreichen Abschluss dieser Komponente wird das IB-Diplom nicht vergeben. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Anforderungen, Reflexion und Bewertung.

Welche Aktivitäten zählen als CAS im IB-Diplom?

Als CAS im IB-Diplom zählen alle Aktivitäten, die sich einer der drei Kategorien zuordnen lassen: Creativity (kreative Tätigkeiten wie Theater, Musik, Kunst oder Design), Activity (körperliche Aktivitäten wie Sport, Tanz oder Outdoor-Projekte) und Service (gemeinnütziges Engagement zugunsten anderer Menschen oder der Gemeinschaft). Entscheidend ist, dass die Aktivitäten neu sind oder gegenüber dem bisherigen Alltag der Schülerin bzw. des Schülers intensiviert werden.

Konkrete Beispiele für anerkannte CAS-Aktivitäten sind:

  • Gründung oder Leitung einer Schulband oder Theatergruppe (Creativity)
  • Teilnahme an einem Sportteam oder regelmäßiges Training in einer neuen Sportart (Activity)
  • Freiwilligenarbeit in einem lokalen Pflegeheim oder einer Lebensmittelbank (Service)
  • Organisation eines gemeinnützigen Projekts wie einer Spendensammlung oder eines Umweltprojekts (Service)
  • Teilnahme an einem Kreativworkshop oder einem Design-Projekt (Creativity)

Besonders wichtig ist das sogenannte CAS-Projekt: Jede Schülerin und jeder Schüler muss mindestens ein kollaboratives Projekt durchführen, das mindestens zwei der drei CAS-Bereiche abdeckt und über einen längeren Zeitraum geplant, umgesetzt und reflektiert wird. Das Projekt stärkt Teamarbeit, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein.

Wie viele CAS-Stunden sind im IB Pflicht?

Das IB gibt keine feste Mindestanzahl an CAS-Stunden vor. Statt einer Stundenzahl bewertet das IB den Prozess, die Reflexion und das Erreichen der sieben Lernziele über den gesamten Zeitraum von etwa 18 Monaten bis zwei Jahren. Als Orientierung empfehlen viele IB-Schulen jedoch mindestens 150 Stunden, aufgeteilt auf alle drei Bereiche.

Was zählt, ist nicht die reine Stundenanzahl, sondern die Qualität und Vielfalt der Erfahrungen. Schülerinnen und Schüler sollten darauf achten, dass alle drei Bereiche gleichmäßig vertreten sind und dass sie über die gesamte Laufzeit des IB-Programms kontinuierlich aktiv bleiben. Ein plötzlicher Aktivitätsberg kurz vor dem Abschluss wird vom IB-Koordinator in der Regel nicht akzeptiert, da CAS auf nachhaltigem Engagement basiert.

Was sind die sieben CAS-Lernziele und warum werden sie bewertet?

Die sieben CAS-Lernziele des IB beschreiben die Kompetenzen und Erfahrungen, die Schülerinnen und Schüler durch ihr Engagement nachweisen sollen. Sie werden bewertet, weil das IB sicherstellen will, dass CAS echtes persönliches Wachstum bewirkt und nicht nur eine Liste abgehakter Aktivitäten darstellt. Alle sieben Lernziele müssen im Laufe des Programms mindestens einmal nachgewiesen werden.

Die sieben Lernziele lauten:

  1. Stärken und Entwicklungsbereiche identifizieren (eigene Fähigkeiten und Grenzen erkennen)
  2. Herausforderungen annehmen und neue Fähigkeiten entwickeln
  3. Einen Plan initiieren und umsetzen (Eigeninitiative und Organisation)
  4. Ausdauer und Engagement zeigen
  5. Kollaborativ arbeiten (Teamarbeit und gemeinsames Lernen)
  6. Globale Bedeutung erkennen (Bezug zu gesellschaftlichen oder weltweiten Themen herstellen)
  7. Ethische Implikationen von Handlungen berücksichtigen

Diese Lernziele werden nicht benotet, aber sie müssen in der Dokumentation und den Reflexionen sichtbar werden. Ein IB-Koordinator prüft, ob die Aktivitäten und die dazugehörigen Reflexionen die Lernziele glaubwürdig belegen.

Wie funktioniert die CAS-Reflexion und was muss dokumentiert werden?

Die CAS-Reflexion ist der Kernbestandteil der Dokumentation und muss zeigen, wie Schülerinnen und Schüler aus ihren Erfahrungen gelernt haben. Dokumentiert werden müssen die einzelnen Aktivitäten, die dazugehörigen Reflexionen sowie Nachweise (z. B. Fotos, Berichte, Bescheinigungen). Die Reflexion kann schriftlich, als Video, Audio oder Blog erfolgen.

Gute Reflexionen beantworten konkrete Fragen: Was habe ich getan? Was habe ich dabei gelernt? Welche Herausforderungen sind aufgetreten und wie habe ich sie bewältigt? Welchen Bezug hat die Aktivität zu den CAS-Lernzielen? Oberflächliche Beschreibungen reichen nicht aus. Das IB erwartet eine ehrliche, kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Erfahrung.

Die Dokumentation erfolgt in der Regel über eine digitale Plattform wie ManageBac oder ein vergleichbares System, das von der jeweiligen Schule bereitgestellt wird. Regelmäßige Gespräche mit dem CAS-Supervisor, der die Aktivitäten begleitet und bestätigt, sind ebenfalls Teil des Prozesses.

Was passiert, wenn CAS-Anforderungen nicht erfüllt werden?

Wenn die CAS-Anforderungen im IB-Diplom nicht erfüllt werden, wird das Diplom nicht vergeben, unabhängig davon, wie gut die Prüfungsergebnisse in den anderen Fächern sind. CAS ist eine Pflichtkomponente des IB Diploma Programme, und das IB behandelt sie mit derselben Ernsthaftigkeit wie die schriftlichen Prüfungen.

Häufige Gründe für das Nichterfüllen der CAS-Anforderungen sind:

  • Unvollständige oder fehlende Reflexionen
  • Aktivitäten, die nicht alle drei Bereiche abdecken
  • Fehlendes CAS-Projekt
  • Nicht alle sieben Lernziele wurden nachgewiesen
  • Zu spätes oder unregelmäßiges Engagement

Schulen setzen daher in der Regel Zwischenchecks und regelmäßige Gespräche mit dem CAS-Advisor ein, um sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler auf Kurs bleiben. Wer frühzeitig plant und sich kontinuierlich engagiert, hat keine Schwierigkeiten, die Anforderungen zu erfüllen.

Wie unterscheidet sich CAS von anderen IB-Kernkomponenten wie TOK und der Extended Essay?

CAS unterscheidet sich von TOK (Theory of Knowledge) und der Extended Essay dadurch, dass es keine schriftliche Prüfung oder benotete Arbeit ist. Während TOK die kritische Auseinandersetzung mit Wissen und Erkenntnistheorie fordert und die Extended Essay eine eigenständige Forschungsarbeit von etwa 4.000 Wörtern verlangt, steht bei CAS das aktive, erfahrungsbasierte Lernen außerhalb des Klassenzimmers im Mittelpunkt.

TOK: Denken über das Denken

Theory of Knowledge ist ein philosophisch orientierter Kurs, der Schülerinnen und Schüler dazu bringt, die Grundlagen des Wissens zu hinterfragen. Es gibt einen TOK-Essay und eine TOK-Präsentation, die beide benotet werden und in die Gesamtpunktzahl des Diploms einfließen. CAS hingegen wird nicht benotet, sondern lediglich als erfüllt oder nicht erfüllt eingestuft.

Extended Essay: Akademische Forschung

Der Extended Essay ist eine selbstständige Forschungsarbeit zu einem frei gewählten Thema aus einem der IB-Fächer. Er fördert akademische Schreibkompetenz und wissenschaftliches Denken und wird ebenfalls benotet. CAS verfolgt ein anderes Ziel: Es geht um persönliche Entwicklung, soziales Engagement und körperliche Aktivität, nicht um akademische Leistung.

Alle drei Kernkomponenten zusammen, CAS, TOK und Extended Essay, bilden das sogenannte IB Core und sind gemeinsam Voraussetzung für den Erhalt des IB-Diploms. Sie ergänzen sich gegenseitig: TOK schult das Denken, der Extended Essay das Forschen, und CAS das Handeln.

Wie die ISR International School on the Rhine beim CAS im IB unterstützt

Wir wissen, dass CAS für viele Schülerinnen und Schüler zunächst komplex wirkt. Deshalb begleiten wir jeden IB-Schüler an der ISR von Beginn an strukturiert durch den gesamten CAS-Prozess, von der Auswahl geeigneter Aktivitäten bis zur finalen Dokumentation.

  • Unsere erfahrenen CAS-Supervisors begleiten Schülerinnen und Schüler individuell und helfen bei der Planung, Reflexion und Dokumentation ihrer Aktivitäten.
  • Über unsere CAS-Projekte an der ISR bieten wir konkrete Möglichkeiten, sinnvolle und anerkannte Aktivitäten direkt im Schulumfeld zu finden und umzusetzen.
  • Wir stellen sicher, dass alle drei CAS-Bereiche abgedeckt werden und alle sieben Lernziele nachgewiesen sind, bevor das Diplom beantragt wird.
  • Regelmäßige Zwischengespräche und klare Fristen helfen Schülerinnen und Schülern, den Überblick zu behalten und rechtzeitig auf Kurs zu bleiben.
  • Unsere drei hauptamtlichen University & Career Counselors unterstützen zusätzlich dabei, CAS-Erfahrungen sinnvoll in Bewerbungen für Universitäten weltweit einzusetzen.

In den vergangenen drei Jahren konnten 100 % der Schülerinnen und Schüler, die das IB-Diplom anstrebten, dieses erfolgreich abschließen und damit die deutsche Allgemeine Hochschulreife erlangen. Wenn Sie mehr über unser IB-Programm erfahren möchten, laden wir Sie herzlich ein, unsere Info Tage zu besuchen und sich persönlich ein Bild von unserer Schulgemeinschaft zu machen.

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