Ist das IB-Level schwieriger als das A-Level?

ISR International School on the Rhine ·

Viele Eltern, die sich über einen internationalen Schulabschluss informieren, stellen sich genau diese Frage: Ist das International Baccalaureate schwieriger als das A-Level? Die kurze Antwort lautet: Das IB-Diploma ist in der Regel anspruchsvoller, weil es breiter aufgestellt ist und mehr von den Schülerinnen und Schülern verlangt. Während das A-Level eine Vertiefung in wenige Fächer erlaubt, fordert das International Baccalaureate eine gleichzeitige Leistung in sechs Fächern, dazu einen Forschungsaufsatz, einen Reflexionskurs und ein Engagement außerhalb des Unterrichts. Das macht es zu einem intensiveren, aber auch umfassenderen Programm.

Was sind das IB-Diploma und das A-Level – und was unterscheidet sie grundlegend?

Beide Abschlüsse richten sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe und bereiten auf ein Universitätsstudium vor. Das A-Level (Advanced Level) ist der britische Schulabschluss, der typischerweise in England, Wales und Nordirland nach zwei Jahren abgelegt wird. Schülerinnen und Schüler wählen dabei in der Regel drei bis vier Fächer und vertiefen diese intensiv.

Das International Baccalaureate Diploma, kurz IB-Diploma, ist ein international anerkanntes Abschlussprogramm, das in über 100 Ländern an mehr als 800 Schulen angeboten wird. Es wurde ursprünglich entwickelt, um Schülerinnen und Schülern aus internationalen Familien eine einheitliche, qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, unabhängig davon, wo sie auf der Welt leben. Das Programm läuft über zwei Jahre in der 11. und 12. Klasse.

Wie ist das IB-Diploma aufgebaut – und was kommt auf Schülerinnen und Schüler zu?

Hier liegt der größte Unterschied zum A-Level. Das A-Level erlaubt eine starke Spezialisierung: Wer Medizin studieren möchte, wählt Biologie, Chemie und vielleicht Mathematik und konzentriert sich vollständig auf diese Fächer. Das ist eine klare Stärke dieses Systems für Schülerinnen und Schüler, die früh wissen, wohin sie wollen.

Das International Baccalaureate verfolgt einen anderen Ansatz. Schülerinnen und Schüler belegen sechs Fächer aus sechs verschiedenen Gruppen:

  • Gruppe 1: Sprache A (z. B. Englisch oder Deutsch als Literatur)
  • Gruppe 2: Sprache B (eine Fremdsprache)
  • Gruppe 3: Gesellschaftswissenschaften (z. B. Geschichte, Wirtschaft, Geografie)
  • Gruppe 4: Naturwissenschaften (z. B. Biologie, Chemie, Physik)
  • Gruppe 5: Mathematik
  • Gruppe 6: Kunst oder ein weiteres Fach

Drei Fächer werden auf Higher Level (HL) und drei auf Standard Level (SL) belegt. Dazu kommen drei Pflichtbestandteile: ein eigenständiger Forschungsaufsatz (Extended Essay), der Kurs Theory of Knowledge (TOK) und das CAS-Programm (Creativity, Activity, Service), das mindestens 150 Stunden außerschulisches Engagement umfasst.

Ist das IB-Diploma wirklich schwieriger als das A-Level?

In vielerlei Hinsicht: ja. Der Hauptgrund ist die Breite. Während A-Level-Schülerinnen und Schüler ihre gesamte Energie auf wenige Fächer konzentrieren können, müssen IB-Kandidatinnen und Kandidaten gleichzeitig in sechs Fächern gute Leistungen erbringen und dabei noch den Extended Essay schreiben sowie CAS-Stunden absolvieren. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation, Zeitmanagement und Belastbarkeit.

Gleichzeitig bedeutet „anspruchsvoller” nicht automatisch „besser” oder „schlechter” – es ist schlicht ein anderer Ansatz. Das IB-Diploma schult Fähigkeiten, die im Studium und im späteren Berufsleben sehr gefragt sind: kritisches Denken, interdisziplinäres Arbeiten und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erkennen. Die Prüfungen selbst werden auf einer Skala von 1 bis 7 bewertet, wobei für das Diploma mindestens 24 von 45 möglichen Punkten erreicht werden müssen.

Welcher Abschluss wird von Universitäten bevorzugt?

Beide Abschlüsse werden von Universitäten weltweit anerkannt. Das A-Level hat traditionell eine starke Stellung bei britischen Universitäten, während das IB-Diploma international besonders gut aufgestellt ist. Viele selektive Hochschulen in den USA, Kanada, den Niederlanden, Japan und Deutschland kennen das IB-Diploma sehr gut und schätzen es für seine akademische Tiefe.

Für ein Studium an einer deutschen Universität ist das IB-Diploma unter bestimmten Voraussetzungen als Allgemeine Hochschulreife anerkannt. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat dafür klare Kriterien definiert: Das Diploma muss erfolgreich abgeschlossen werden, mindestens drei HL-Fächer müssen belegt sein, darunter Mathematik oder eine Naturwissenschaft, und ein Durchschnitt von mindestens 4 Punkten pro Fach ist erforderlich. Wer diese Anforderungen erfüllt, kann sich an deutschen Universitäten bewerben, genau wie Abiturientinnen und Abiturienten.

Für besonders selektive Studiengänge kann das IB-Diploma sogar einen Vorteil bieten, da viele Hochschulen die Breite und Tiefe des Programms sehr positiv bewerten.

Für wen ist das IB-Diploma die bessere Wahl?

Das hängt stark von den Zielen und dem Lernstil der Schülerin oder des Schülers ab. Das IB-Diploma ist eine gute Wahl für Schülerinnen und Schüler, die:

  • noch nicht sicher sind, welche Richtung sie einschlagen möchten, und sich möglichst viele Optionen offenhalten wollen
  • an einer Universität außerhalb Deutschlands studieren möchten
  • Freude an verschiedenen Fächern haben und sich nicht früh festlegen wollen
  • Selbstorganisation und kritisches Denken als Stärken mitbringen oder entwickeln möchten
  • in einem internationalen Umfeld aufgewachsen sind oder sich in einem solchen wohlfühlen

Das A-Level passt besser zu Schülerinnen und Schülern, die bereits klare Vorstellungen von ihrem Studienfach haben und sich lieber tief in wenige Themen einarbeiten möchten.

Wie unterstützt die ISR International School on the Rhine beim IB-Diploma?

Wir bei der ISR International School on the Rhine begleiten unsere Schülerinnen und Schüler seit 2008 als autorisierte IB World School intensiv durch das gesamte Programm – von der Fächerwahl bis zur Universitätsbewerbung. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Begleitung wirkt: Die Abschlussklasse 2026 erreichte einen Durchschnitt von 36 Punkten, rund sechs Punkte über dem weltweiten IB-Durchschnitt. 100 % unserer Schülerinnen und Schüler haben das IB-Diploma erfolgreich abgeschlossen, und 83 % übertrafen den globalen Durchschnitt von 30,8 Punkten.

Was macht unsere Begleitung konkret aus?

  • Strukturiertes Curriculum mit regelmäßigen Leistungsüberprüfungen, das Schülerinnen und Schüler gezielt auf die IB-Anforderungen vorbereitet
  • Drei hauptamtliche University and Career Counselors, die bei der Fächerwahl, der Studienplanung und internationalen Universitätsbewerbungen unterstützen
  • Nachgewiesene Studienerfolge an renommierten Hochschulen weltweit, darunter die London School of Economics, die TU München, die RWTH Aachen und die New York University
  • Individuelle Begleitung, die auf die Stärken und Ziele jedes einzelnen Schülers eingeht
  • Ein internationales Schulumfeld, das Schülerinnen und Schüler auf ein Studium und Leben in einer globalisierten Welt vorbereitet

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie das IB-Diploma bei uns gelebt wird, laden wir Sie herzlich ein, einen unserer Infotage zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen.

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